k r i t i k e n   . .   k o n z e r t

 

 

Johannes Martin Kränzle
Das Ewige Rätsel / L'Enigme Eternelle, 2018
Lieder von Klein, Mahler, Martin und Ravel
Pianist : Hilko Dumno

OPERNWELT: CD des Monats
Anleitung, der Endlichkeit ins Augs zu blicken Johannes Martin Kränzles und Hilko Dumnos brillantes Recital mit Liedern von Martin, Klein, Mahler und Ravel
„Wirf dies ererbte Grau´n von Dir“, kalmiert der Selsenmann in Hugo von Hoffmansthals „Der Tor und der Tod“. Denn: „ich bin nicht schauerlich, bin kein gerippe! Aus Dionysos, der Venus Sippe. Ein großer Gott der Seele steht vor Dir“. Das gibt dem Toren Zuversicht. Und es trifft sich mit der im Booklet von Johannes Martin Kränzles Album „Das ewige Rätsel“ gestellten Anleitung, der Endlichkeit ins Auge zu blicken. Wodurch man nicht nur an Bewußtheit und Einsicht gewinne, sondern darüber hinaus an Demut, Dankbarkeit, Gelassenheit und Humor. Solch „ererbtes Grau´n“ auch Hoffmansthals prominenten Toren, den Jedermann. Frank Martin (1890.-1974), heute eher an den Rand der Rezeption geraten, hat Monologe aus dem „Leben und Sterben des reichen Mannes“ 1943 in die für ihn typische, suggestiv herbe, seltsam verfremdete, calvinistische Strenge nahelegende Musiksprache gehüllt. Der von Trotz und Auflehnung über Bangen und Hoffen zur Ergebenheit führende Zyklus bildet quasi die Spindel dieses Recitals und könnte auch als persönliches Zeugnis Kränzles gelesen werden. Denn bei ihm war vor drei Jahren eine lebensbedrohende Knochenmarkskrankheit festgestellt worden: durch ein Wunder ( und die Blutspende seines Bruders) kam er wieder ins Leben und auch auf die Bühne- nicht zuletzt jene auf dem grünen Hügel- zurück. Doch Kränzle sucht in seinen Interpretationen allzu biographischeAnspielungen auf diese traumatische Diagnose wohl zu vermeiden. Er interpretiert mit Stimmgewalt, zugleich großer Sensibilität und kristallener Diktion, kommt dabei quasi aus der Mitte der Monologe- aber eben nicht als Selbstdarsteller, sonder als mit Energie kommender Beobachter. Am Anfang des Recitals spricht die jiddische Folkore, stellt zunächst die „alte Kasche“ (Frage) nach den letzten Dingen: „Trala trari ridirom“ Und gibt sich selbst die Antwort: „Tradiridirom“ . Zu ähnlich lautmahlerisch absurden Dada-nahenm Ergebnis kommt dann „L´enigme eternelle“ aus den „Deux Melodies Hebraiques“ von Maurice Ravel. Diese stehen am Schluss des Albums in Symmetrie zu den „Zwölf Liedern nach den alten jiddischen Weisen“ von Richard Rudolf Klein, mit denen es beginnt. Den Zyklus des 2011 verstorbenen, eher Eingeweihten bekannten Komponisten und Hochschullehrers in Frankfurt/Main hatte der Bariton bereits 1985 uraufgeführt, als er noch Student an der dortigen Musikhochschulewar. Die Lieder bilden das pralle Leben im jiddischen Schtetl das aschkenasischen (Ost-)Europa ab, himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt und von jenem Humor, der so charakteristisch für das jüdische Volk ist. So würden Bilder von Chagall klingen. Kränzle malt das sozusagen in Öl wie in Pastell, singt mit unbändiger Lust, großem Feingefühl, zugleich ohne alle Sentimentalität. Ähnliches gilt für seine Auslegung von Wunderhornliedern Gustav Mahlers. Und auch hier übt der Bariton subtile Distanz. Er erfüllt, pars pro toto, Todesangst und Bitterkeit des als Deserteur zum Tode verurteilten Tamboursg´sellen mit einer Intensität, die ans Herz greift - aber er ist der Junge nicht. Er stellt starke Charaktere auf die Hörbühne, jedoch- im Sinne einer Teichoskopie – ohne falsches Pathos. Kränzles langjähriger Klavierbegleiter Hilko Dumno, substanziell unverzichtbarer Partner bei dessen Liedinterpretationen, belegt mit seinem klug pointierten Spiel, dass die Klavierfassungen von Gustav Mahlers Liedern in ihrer ganz eigenen Farbigkeit etwas völlig anderes sind als ein Particell in Reinschrift, dessen Ziel in einer Orchestrierung liegt. Ein wunderbares Album.

Das Opernglas:
Wie lautet die ewige Frage ? „Tra la tra la lalala“ Und die Antwort? „Tra la tra la lalala“. Johannes Martin Kränzle hat seine neue CD „Das ewige Rätsel“ genannt, hat also den Titel „L´enigme eternelle“ von Maurice Ravels Melodie hebraique“ übernommen. Es ist die Frage nach dem Sinn des Lebens, die Frage nach dem Ende des Lebens und dem Jenseits. Nicht alle Komponisten und Dichter beantworten diese Frage mit einem leicht dahingeworfenen „Tra la la“. Da ist Hugo von Hoffmansthal in den sechs von Frank Martin vertonten Monologen aus „Jedermann“ sehr viel ernsthafter, bohrender. Und auch erschütternder, man denke nur an „Ist, als wenn eins gerufen hätt“, wenn Jedermann an seine Mutter., das „alt, gebrechlich Weib“ denkt. Gustav Mahler geht mit dieser „ewigen Frage“ ganz anders um und sucht Antworten in der Volkspoesie-Sammlung von „Der Knaben Wunderhorn“. Die sechs von Kränzle ausgesuchten Lieder decken ein Panorama unterschiedlichster Gefühle ab: Besonders ergreifend ist „Nicht wiedersehn!“, in dem ein junger Mann am Grab „seiner Liebsten“ steht und nicht begreifen mag, dass es kein Wiedersehen geben wird. So manche Melodie hat Gustav Mahler dann auch in seinen Sinfonien verwendet, was beim Hörer für schöne Wiedererkennungseffekte sorgt. Im Zentrum der CD aber steht ein von Richard Rudolf Klein komponierter Zyklus „Zwölf Lieder nach alten jiddischen Weisen“, die dieser der Textsammlung „Lieder aus dem Ghetto“ entnommen hatte. Die vom jüdischen Leben in bunten Bildern erzählenden Gedichte hatten ihn so spontan ergriffen, dass er sie 1983/84 in kurzer Zeit vertonte. Johannes Martin Kränzle war beigeistert von dem Zyklus, den er auch zur Uraufführung brachte und nun zusammen mit Hilko Dumno ,seinem Begleiter am Klavier, einer breiten Öffentlichkeit per CD bekannt machen möchte. Es sind in der Tat ungemein lebendige und leicht zugängliche Lieder, die in vielen, manchmal auch grellen Farben vom Leben im jüdischen Schtetl berichten. Kränzle gestaltet das anspruchsvolle Programm auf dieser CD mit Souveränität. Da gibt es nicht nur die enorme Flexibilität seines wundervollen, in warmen Farben leuchtenden Baritons zu bewundern: Wie er mit Herzblut bei der Sache ist, wie er jedes einzelne Lied durchlebt und auch durchleidet, das zeugt in jeder Note von der hohen Kunst des Liedgesangs.

Münchner Merkur:
Bitterstoffe und Fahlfarben
Klagen wäre eine Reaktion, alles verdüsternde Trauer als Reaktion aufs tägliche Leid. Als ob sich, die „Lieder aus dem Ghetto“ führen es vor, nicht auch andere Möglichkeiten ergäben: Witz, Zynismus, Ironie, eine eigentümliche Melancholie, die weniger Verdrängung ist, sondern Selbstbewusstwerdung. Der Komponist Richard Rudolf Klein (1921-2011) hat sich dieser jiddischen Weisen angenommen, sie weniger neu vertont, als kommentierend und behutsam neu in Szene gesetzt. Bariton Johannes Martin Kränzle, der auf der Konzert- und Opernbühne ja nie den direkten, einfachen Weg von A nach B sucht, interessierte sich schon früh für diese Lieder. Im Studium gab es den Erstkontakt, die CD „Das ewige Rätsel“ ist Summe und Vertiefung einer langen Beschäftigung. Vieles macht dieses Album so herausragend. Wie sich Kränzle, Bayreuths aktueller Beckmesser, virtuos jiddischem Idiom bewegt. Wie er die spezielle Sprachfärbung und –rhythmik erfühlt. Wie er die Balance hält zwischen Identifikation und Darstellung. Und wie Pianist Hilko Dumno das alles als symbiotischer, sehr stilsicherer Partner begleitet. Wer Kränzle auf der Bühne erlebt, der erfährt, wie genau er Wirkung dosieren kann, wie reflektiert er agiert, wie perfekt sein Timing ist. Eine Art singender Burgschauspieler, der einem sogar beim Anhören dieser CD vor Augen tritt. Zugute kommt das auch Gustav Mahlers Liedern aus „Des Knaben Wunderhorn“. Johannes Martin Kränzle kann sein „Was-kostet-die-Welt-Ton“ umschlagen lassen in eine ätzende Melange aus Deklamation und Gesang – die aber dankbare Nummern wie den „Tambourg´sell“ nie an den Operneffekt verrät. Insofern ist diese CD als Steigerung der besonderen Art angelegt, als ein Crescendo der Bitterstoffe, das den Hörern schließlich in die Welt der „Jedermann-Monologe“ von Frank Martin führt. Doch auch hier: Kränzle beherrscht das Spiel mit der Uneindeutigkeit und den zweiten dritten Bedeutungseben. Was in Hugo von Hofmannsthals Schauspiel manchmal so schlicht daherkommt, wird durch Frank Martins Klangsprache – und in der Interpretation dieses Sängers – geweitet, gebrochen, intensiviert und neu befragt. Die letzten beiden Lieder des Albums schließen den Kreis und dürften wie Richard Rudolf Kleins Lieder kaum bekannt sein. In deinen „Deux Mélodies hèbraïques“ setzte sich Maurice Ravel mit der jüdischen Kultur auseinander. In einer rezitativischen, von Kränzle emphatisch gedeuteten Fassung des Kaddish und einer dunklen kreisenden Version des schon von Klein vertonten, titelgebenden „ewigen Rätsels“ – das Kränzle schmucklos und Fahlfarben verebben lässt.

Pizzicato (Luxembourg):
Intensität des Ausdrucks
Das Programm, das Johannes Martin Kränzle und Hilko Dumno auf dieser CD aufführen, begreift Liederzyklen, die, wie es heißt, «einerseits den christlich-mitteleuropäischen, andererseits den osteuropäisch-jüdischen Kulturkreis in Glauben und Lebensart beschreiben». Richard Rudolf Kleins jiddische Lieder illustrieren sehr facettenreich Szenen aus dem Alltag. Kränzle gibt das in absolut köstlichen Interpretationen wieder, mit genuinem Tonfall und fantasievoller Darstellung. Genau diese Fantasie, diese für Mahler ungewohnte, unmittelbare Ausdrucksdramatik werden ihm Puristen in den ‘Wunderhorn’-Liedern vorwerfen. Das Opernhafte werden sie ankreiden. Aber ich teile so eine Kritik nicht. Das Opernhafte und Theatralische passt auch zu Mahler, und die Intensität des Ausdrucks ist zweifellos eindrucksvoll. Nicht weniger stark lotet Kränzle Frank Martins ‘Jedermann-Dialoge’ aus: er ist in jedem Moment ein Jedermann! Maurice Ravels ‘Deux mélodies hébraïques’ beschließen das Programm, und auch in diesen Melodien gelingt Kränzle eine genuine Interpretation, die die Bilder einfängt und vermittelt. Hoch interessant ist, wie er das titelgebende ‘L’énigme éternelle’ an das erste der Klein-Lieder angleicht, weil beide Komponisten ja hier denselben Text benutzen. Kränzle gibt dem Lied einen ganz anderen Charakter als van Dam, Souzay, Finley oder, a fortiori, Sängerinnen wie Ludwig oder Norman. Nicht weniger Feinheit und nicht weniger Allüre hat das exquisite Klavierspiel von Hilko Dumno, dem es immer gelingt, jedes Bild auch wirklich vollständig zu machen.

Pizzicato (in english):
When Johannes Martin Kränzle is singing Lieder, he does it as an opera singer, with a fine sense for dramatic expression and plenty of temperament. One has to like such an approach, and if so, the recording is highly enjoyable. Hilko Dumno is equally dramatic, and his piano playing adds the final touch to this album.

Augsburger Allgemeine:
Dass diese neue CD des aus Augsburg stammenden Johannes Martin Kränzle ganz persönliche Gestimmtheiten prägen, macht das Erlebnis kostbar: Vokaltechnik, darstellerische Autorität und emotionale Verfassung greigen hier, bei Liedern von Mahler,Ravel, Frank Martin und Richard Rudolf Klein, überzeugend ineinander. Die CD ist ein Konzeptalbum mit jiddischer Thematik einerseits, angesichts des Todes andererseits – was beides in Kränzles Biographie verankert ist. Ravel hat das Ghetto-Gedicht „Die alte Kasche“ (Das ewige Rätsel vertont, womit die CD endet, der deutsche Komponist Richard Rudolf Klein hat den jiddischen Text ebenfalls in Töne gesetzt -womit die CD anhebt. Und dazwischen erklingen mit Kränzles resonanzstark- dunkelgetöntem Bariton, der in allen Lagen offen und tragend tönt, sechs Mahler-Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“ und Frank Martins sechs Monologe aus „Jedermann“.

MDR Kultur:
2011 verstarb der Komponist Richar Rudolf Klein, dem der Bariton Johannes Martin Kränzle auf seiner neuesten CD mit der Weltersteinspielung der „ Zwölf Lieder nach alten jiddischen Weisen“ die Ehre erweist. Und wie man das von diesem Sänger gewohnt ist, geht er die Dinge reflektiert an. Kränzle folgt einem Konzept mit dem Titel „Das ewige Rätsel“ und er stellt dabei Fragen nach der Endlichkeit des menschlichen Seins. Hier sind Werke christlich- jüdischer Herkunft vereint von Richard Rudolf Klein, Gustav Mahler, Frank Martin und Maurice Ravel. Kränzle gestaltet die 26 Lieder gemeinsam mit Hilko Dumno aus der dramatischen Situation heraus, so nuancenreich, zugleich tief menschlich, humorvoll und als Duo exzellent.

Applaus:
Richard Rudolf Kleins herbe Jiddische Lieder, von Johannes Martin Kränzleuraufgeführt und erstmals eingespielt, eröffnen die CD „Das ewige Rätsel“, die er mit nicht minder kernig- männlichen, auch unheimlichen Wunderhorn-Liedern Gustav Mahlers fortsetzt, bevor Frank Martins Jedermann-Monologe einen zerknirschnt christlichen Tonfall beschwören. Wie ein singender Schauspieler be- und durchleuchtet Kränzle an der Seite des prägnant aufspielenden Pianisten Hilko Dumno die Vertonungen.

Der Tagesspiegel, CD Tipp:
Kauzig, selbstironisch, immer einen Tick neben sich stehend, ringend mit dem Schmerz der Welt: Was Kränzle singt, gerät ihm fast immer zu einer eindringlichen Charakterstudie. Auch in diesen Liedern vom Lebensende – denn nichts anderes ist mit dem „ewigen Rätsel“ gemeint.

WDR 3 Tonart, (Album der Woche) :
Bariton Johannes Martin Kränzle und der Pianist Hilko Dumno haben eine CD veröffentlicht, die sich mit dem Tod auseinandersetzt und dabei gleichzeitig voller Leben steckt. Ein überzeugendes Album. Mit seinem unaufdringlichen und doch intensiven Spiel präsentiert sich Hilko Dumno als fantastischer Begleiter, der sensibel und blitzschnell auf jede Regung des Baritons reagiert, seien es kleinste Veränderungen des Tempos oder der Lautstärke. Und Johannes Martin Kränzle zeigt, dass er als Liedsänger ebenso überzeugt wie auf der Opernbühne. Beiden Musikern ist hier mit ihrer mitreißenden, klugen und lebendigen Interpretation ein Album gelungen, das den Zuhörer vom Beginn bis zum Schluss berührt und packt.

Fonoforum:
Johannes Martin Kränzle vermag mit seinem Ausdruckspotenzial dem Hörer gerade nach Angst einzuflößen. Die Wurzeln des Recitals reichen bis 1985 zurück, als der Sänger Richard Rudolf Kleins „Lieder nach alten jiddischen Weisen“ uraufführte. Deren Tonsprache wirkt eingangig und bildhaft: weniger streng als die von Martin. „Die alte Kasche“ ist nota bene textidentisch mit „L´enigme eternelle“ in Ravels „Melodies hebraiques“, gibt sich musikalisch im Vergleich mit dessen Dezenz aber skurriler, was sich in Mahlers Wunderhorn-Liedern dann vereint. Beide Sphären deckt Kränzle mit seinem suggestiven Singen ab, von Hilko Dumno optimal unterstützt.

Opera News (New York):
The title means “the eternal riddle,” and it fits. The first enigma: this title isn’t even translated into English on the album cover, and neither are the songs inside. (Yiddish selections are, however, followed by translations—into German.) German baritone Johannes Martin Kränzle, who has appeared at Bayreuth, Covent Garden, La Scala and at the Met (as Beckmesser), brings virtuosity, temperament and rich, ardent tone to an assortment of songs devoted to the dire enigma of human mortality. The program is both diverse and well-focused, bookended by two composers’ treatments of the same Yiddish folksong, “Ask the world the old question”—a question not even put into words but rendered, with fitting irony, by nonsense syllables. The first of these Yiddish tunes comes from a set of twelve admirably arranged by German composer Richard Rudolf Klein (1921–2011) in his Songs from the Ghetto, in which Kränzle makes the most of a whole feast of expressive opportunities. In close sync with mercurial pianist Hilko Dumno, the baritone clearly relishes these tuneful lines, infectious dance rhythms, sardonic dialogues and dark presentiments. “Uncle Nathan,” one of the most affecting songs, sends the voice arching toward the top in a virtuoso fever that manages to remain grounded in sincere emotion—and infused with a defiant sense of seizing the moment. Maurice Ravel’s well-known pair of Jewish songs includes “L’énigme éternelle,” using the same words set by Klein on the first track. Coming at the close of such a searing emotional program, Ravel’s version, with its unresolved end and its meandering lines, seems to inspire the performers to particular feats of angular tone and a barely perceptible rubato. The track gains force by following Ravel’s “Kaddisch,” the prayer for the dead. It’s hard to single out highlights in a program of such sustained intensity. Swiss composer Frank Martin’s 1943 “Six Monologues from Jedermann”is the dark horse, demanding a listener be patient with dissonance and parlando, although the performance is operatically convincing, alert and fully committed. For mainstream lieder splendor, these artists’ way with Mahler’s Six Songs from Des Knaben Wunderhorn would be hard to beat. Voice and piano seem to invent new shades of darkness in “Der Tamboursg’sell.”

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

 

     
DOWNLOAD PDF